Das Drama nimmt seinen Lauf!
Lange habt Ihr nichts von mir gehört. Ich will Euch hier auch erzählen warum. Kaum über die deutsche Grenze wieder im Heimatland, hatten wir einige Tage nur Stress und Chaos, und helle Verzweiflung.
Zurück in Deutschland wollen wir auf dem Wohnmobistellplatz in Breisach übernachten. Das machen wir eigentlich immer so. Doch heute ist alles anders: Der Platz ist so überfüllt, dass für uns mit dem Trailer nicht die geringste Chance besteht, hier unterzukommen.

Also weiter. Wir entscheiden uns für Freiburg. Dort gibt es einen richtig großen Stellplatz neben dem Stadion. Doch die Enttäuschung ist groß. Auch hier finden wir keine Möglichkeit die Nacht zu verbringen. Die App "Park for Night" gibt uns noch "Fritz Berger", den Camping Shop als Alternative an. Auch dort haben wir keine Chance. Ein Mitarbeiter gibt uns einen Tipp: Ganz in der Nähe gibt es eine ruhige Straße, in der man am Straßenrand in aller Ruhe über Nacht stehen kann. Irmgard, die sonst nie so frei stehen möchte, willigt ein, weil sie schon einem Nervenzusammenbruch nahe scheint und einfach nicht mehr fahren will.
So machen wir das und erleben eine so ruhige Nacht, da ist ein Friedhof nicht ruhiger! Lediglich plötzlicher Blitz und Donner stören den Schlaf. Jedoch war das in kurzer Zeit vorüber.Wir haben Sonntag und wollen diese Nacht auf einem Campingplatz, südlich von Nürnberg, übernachten. Da wir reserviert hatten, konnten wir uns Zeit lassen und mussten nicht auf frühe Ankunft hinarbeiten. Kurz vorher tankten wir auch noch Dieselkraftstoff.
So erreichten wir entspannt das Ziel, stellten vor der Einfahrt unser Gespann ab und meldeten uns an.
Ein richtig schöner, idyllischer Campingplatz. Auch der angewiesene Platz sagte uns zu, ich konnte das Gespann komplett angekuppelt abstellen.
So weit, so gut. Denn nun hatten wir den SuperGau: Der Motor des Mobils sprang zwar an und lief, doch das Getriebe verweigerte sich gänzlich, es nahm keinen Gang mehr an. Die Fuhre ließ sich nicht mehr bewegen! Jetzt war guter Rat teuer. Der ADAC veweigerte sofort seine Hilfe, da unser Fahrzeug zu groß ist und vom Schutzbrief nicht abgedeckt sei. Mit dem IVECO-Notdienst kam ich nur bis in die Warteschleife. Diesen Versuch gab ich dann auf. Nach weiteren Versuchen mit anderen Firmen und Werkstätten gab ich auf und ergab mich meinem Schicksal. Heute ist schließlich Sonntag, morgen am Montag ist ein neuer Tag. So verbrachten wir eine weitere Nacht am Straßenrand.
Nachdem auch der Montag Morgen mir keinen Erfolg brachte, nutzte ich "Vitamin B": Ich telefonierte mit dem Betriebsleiter von IVECO-Hamburg - aus meiner Zeit als großer IVECO Kunde hatten wir sehr guten Kontakt - und erklärte ihm meine Situation. Von nun an lief es hervorragend! Ein Monteur aus Nürnberg erschien bei uns und las den Fehlerspeicher aus. Zwar stand danach fest, dass unser WoMo nach Nürnberg in die Werkstatt geschleppt werden musste, aber das wurde auf dem kleinen Dienstweg erledigt. Der Monteur setzte sich mit seinem Kastenwagen vor unser Auto, stellte eine Schleppverbindung durch eine Abschleppstange her und demontierte noch die Frontklappe, da diese die Freigängigkeit der Abschleppstange behinderte.
So begann die anstrengende Fahrt über 40 Kilometer zur Werkstatt. Meine Konzentartion war gefordert!Wir durften dann auf dem Betriebshof im Mobil übernachten. Am nächsten Morgen, dem Dienstag begann dann die Fehlersuche.

Die Diagnose lautete: Fehler am Kupplungssteller und Verschleiß der Kupplung. Ich gab mein OK zum Auswechseln und es wurde sofort mit der Arbeit begonnen.Das Getrieb ist ausgebaut, die Kupplungsteile freigelegt.
Die Ersatzteile waren im Lager vorhanden, so konnte ohne Unterbrechung alles wieder eingebaut werden. Das ging zügig. Um kurz nach 18.00 Uhr war alles wieder an seinem Platz. Jetzt wurde es spannend. Funktioniert nun alles? Leider nicht! Die Kupplung trennte nicht sauber, es kratzte beim Einlegen eines Ganges. Nun war der Meister gefordert alles richtig zu justieren. Ich nahm dann aber die Spannung raus und erklärte mich einverstanden, dass morgen am Mittwoch in Ruhe weiter gearbeitet werden könne. Wir verbrachten eine weitere Nacht vor dem Betriebshof.
Am Mittwoch ging dann alles zügig. Nachdem der Spezialist sich der Sache angenommen hatte erfolgte gegen 09.00 Uhr die finale Probefahrt und wir konnten eine Stunde später wieder auf die Piste gehen und unser nächstes Ziel ansteuern: Reisemobilstellplatz Urbachtal. Hier bleiben wir jetzt bis Sonntag. Schlaft gut und träumt was Schönes!